Der kategorische Imperativ

„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne!“

§ 7 Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft

Das Zeitalter der Aufklärung

Sapere aude –  „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Kant, 1784)

Immanuel Kant
Immanuel Kant

Unter dem Begriff Aufklärung versteht man den individuellen sowie gesellschaftlichen geistigen Emanzipationsprozess, der Autoritäten kritisch hinterfragt und damit eine Selbstbestimmung des Individuums bedingt.

Aufklärung im Sinne einer Herrschaft der Vernunft fand bereits im 17. Jahrhundert statt. Zur Hochzeit französischer und aristokratischer Machtentfaltung wirkten die Philosophen René Descartes und Gottfried Johann Leibniz.

Die Epoche der Aufklärung als gesamteuropäische Geistesbewegung  erstreckte sich dann etwa von 1730 bis 1800. Sie war geprägt durch eine Bewegung der Säkularisierung und einer Abkehr von der absolutistischen hin zur demokratischen Staatsauffassung. Der Liberalismus und das Konzept der Menschen- und Bürgerrechte entstanden, erstmals festgehalten in der amerikanischen Declaration of Independence 1791.

Die Aufklärung war eine Bewegung des aufstrebenden Bürgertums, das am bisherigen politischen Gestaltungsprozess aufgrund der Ständeordnung nicht teilhaben dürfte. Die geistige Aufklärung ging zunächst von Frankreich, England und den Niederlanden, später auch von Deutschland aus. Das logische und eigenständige Denken, der Rationalismus, begründete die Aufklärung. Ursprünglich kritisierten die Aufklärer den Dogmatismus der Religion und der absolutistischen Herrscher. Die Bedeutung der Erkenntnis aus Sinneseindrücken (Empirismus) wuchs und Weisheit und Intellekt wurden zur Tugend eines jeden Bürgers. Der menschliche Verstand als Instrument der Wahrnehmung sollte nicht länger im Dienste von Klerus und Aristokratie stehen. weiterlesen