Philosophie und Werke

Bereits zu Lebzeiten galt Kant als herausragender Philosoph, sodass gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein regelrechter Kantianismus entstand und seine Theorien zum Gesprächsgegenstand gebildeter Kreise wurde.

Kants kritischer Denkansatz beeinflusste nicht nur die Philosophie, sondern auch die Naturwissenschaft und Literatur. Er prägte unter anderem Goehte, Schiller und Heinrich von Kleist.  Die Philosophie des deutschen Idealismus geht in ihrem spekulativen Systemen von der kantischen Kritik aus, aber auch weit über sie hinaus. Mit dem Tod Hegels endetet der Idealismus aprupt, wurde aber durch Schopenhauer, Stirner und Nietzsche weiterbearbeitet. Nietzsche beispielsweise griff die Idee einer Vernunftkritik auf und wendete sie existenziell. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts enttstanden verschiedene Schulen des Neukantianismus (Bsp.: Marburger Schule, südwestdeutscher Neukantianismus), die zu den maßgeblichen Strömungen der deutschen Universitätsphilosophie wurden.

Heute ist Kant der meist rezipierte Philosoph der Gegenwart. 1100 Monografien und Aufsatzsammlungen erschienen in seinem 200. Todesjahr 2004. Unzählige Forschungsstellen, wie die 1904 gegründete Kant-Gesellschaft Halle/ Saale, das Marburger Kant- Archiv, das Bonner Projekt zur elektronischen Veröffentlichung von Kants Schriften oder die Kant- Forschungsstelle an der Universität in Mainz beschäftigen sich offiziell mit Kants Leben und Wirken. Sogar in Japan gibt es eine Reihe eigener Kant- Gesellschaften. Im Tokioer Tempel der Philosophen hängt seit über einhundert Jahren ein Werk mit dem Titel „Darstellung der vier Weltweisen“. Es zeigt neben Buddha, Konfuzius und Sokrates auch das Bildnis Immanuel Kants.